Stefan Graf Tisza

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    ungarischer Politiker; * 22. April 1861 Budapest , † 31. Oktober 1918 ebd.

    Stefan Graf Tisza, ungarischer Ministerpräsident

    Sohn des ungarischen Ministerpräsidenten Kolomann Tisza. Stefan Graf Tisza war 1903-05 und 1913-17 ungarischer Ministerpräsident. Er hielt an dem Dualismus wie an dem Bündnis mit Deutschland fest; alle Forderungen der Nationalitäten in Ungarn und damit auch die Einführung des allgemeinen Wahlrechts lehnte er dagegen ab, um die Vorrechte der magyarischen Führungsschicht nicht zu gefährden. In der Julikrise 1914 wiedersprach Tisza der von Berchtold geplanten sofortigen Strafexpedition gegen Serbien und schlug vor, sich mit einer diplomatischen Demütigung Serbiens zu begnügen. Doch stimmte er später dem Ultimatum zu und wurde getragen von dem Vertrauen des Kaisers, der eigentliche Träger der Weltkriegspolitik Österreich-Ungarns. Im Januar 1915 erreichte Tisza die Berufung seines Freundes Burián zum österreichisch-ungarischen Außenminister. Dem Kriegseintritt Italiens wie Rumäniens wollte er durch territoriale Zugeständnisse zuvorkommen. Der neue Kaiser Karl I. ließ Tisza vor allem aus innenpolitischen Gründen im Mai 1917 fallen. Tisza ging als Honvedoberst an die Front, übte aber auch weiterhin einen starken Einfluss aus. In den Tagen des Zusammenbruchs wurde er am 31. Oktober 1918 von meuternden Soldaten erschossen.


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