Svetozar Freiherr Boroevic von Bojna

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    österreichisch-ungarischer Feldmarschall; * 13. Dezember 1856 Umetic , † 23. Mai 1920 Klagenfurt

    Svetozar Freiherr Boroevic von Bojna
    General Boroevic mit den Offizieren seines Stabs

    Kadettenschule Liebenau; 1878 Teilnahme an der Bosnien-Offensive und der Besetzung von Sarajevo; 1887-91 Dozent an der Militärakademie der Wiener Neustadt; 1895 Ernennung zum Oberstleutnant; 1898-1904 Kommandos über die 19., 18. und 27. Infanteriedivision sowie das 8. Korps in Prag; 1904 Befehl über die 14. Infanteriebrigade und Ernennung zum Generalmajor; 1905 Erhebung in den Adelsstand; 1909 Übernahme des Kommandos über das 6. Korps in Kassa; 1913 Ernennung zum k. u. k.-Geheimen Rat; 1913 Beförderung zum General der Infanterie.

    Bei Kriegsbeginn befehligte Boroevic von Bojna das 51. Infanterieregiment, das Moritz Freiherr von Auffenbergs 4. Armee angegliedert und in Galizien eingesetzt wurde. Im Winter 1914/15 wurde ihm der Auftrag erteilt, mit der 3. Armee die Pässe in den Karpaten zu sichern und die Tarnow-Offensive zu unterstützen. Im Mai 1915 übernahm Boroevic von Bojna das Kommando über die 5. Armee (später Isonzo-Armee) an der slowenisch-italienischen Grenze, mit der er an allen Schlachten der Isonzo-Front teilnahm, einschließlich der Schlacht von Caporetto, bei der es gelang, die Italiener bis an den Fluss Piave zurückzudrängen.

    1917 zum Generaloberst, im folgenden Jahr zum Generalfeldmarschall ernannt, wurde Boroevic von Bojna mit zahlreichen Ehrungen (darunter 1917 Orden Pour le Mérite) für sein außergewöhnliches strategisches Geschick ausgezeichnet. Das Angebot Boroevic von Bojnas im Jahr 1918, mit seinen Truppen die Aufstände in Wien niederzuschlagen, wurde vom Kaiser abgelehnt. Im Dezember nahm der Generalfeldmarschall seinen Abschied; Übersiedlung nach Jugoslawien, nach Kriegsende jedoch erzwungene Rückkehr nach Österreich.


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