Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Politiker; * 29. Mai 1869 in Schleswig , † 8. September 1928 in Berlin


    Jurastudium in der Schweiz; 1891 Eintritt in das preußische Heer; 1893 Verletzung, danach Verabschiedung aus der Armee; 1894 Attaché in Brüssel; 1895 Tätigkeit in Berlin für das Auswärtige Amt; 1897-1901 Anstellung an der deutschen Botschaft in St. Petersburg; 1901-09 Botschaftsrat in Wien und Den Haag; 1909-12 Politischer Generalkonsul in Budapest; danach Versetzung nach Kopenhagen. Nach Kriegsausbruch bemühte sich Brockdorff-Rantzau, die Neutralität Dänemarks zu erhalten und initiierte ein deutsch-dänisches Warentauschverfahren. 1919 Ernennung zum Staatssekretär des Auswärtigen; anschließend erster Reichsaußenminister im Kabinett Scheidemann. Leiter der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versailles; versuchte vergebens, eine Milderung der Friedensbedingungen zu erreichen, lehnte die Unterzeichnung des Vertrags ab; Rücktritt wegen des von ihm abgelehnten Vertragsschlusses. Rückzug ins Privatleben; 1922 nach dem Vertrag von Rapallo Botschafter in Moskau.


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