Wladimir Iljitsch Lenin

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    russischer Politiker und Revolutionär; * 22. April 1870 in Simbirsk (heute: Uljanoegvsk) , † 21. Januar 1924 in Gorki bei Moskau

    eigentlich: Wladimir Iljitsch Uljanow;

    Wladimir Iljitsch Lenin, frühe Aufnahme

    Wladimir Iljitsch Lenin war Theoretiker und Organisator der bolschewistischen Revolution in Russland.

    Er entstammte dem russisch-tatarischem Beamtenadel und schloss sich schon früh der revolutionären Bewegung an. Lenin studierte in der sibirischen Verbannung und im Exil den Marxismus und entwickelte ihn weiter, bestimmte die Doktrin und die Taktik der Bolschewiki als der "Partei neuen Typus", eines geschlossenen Kaders disziplinierter, der Parteizentrale ergebener, ideologisch geschulter Berufsrevolutionäre als Sturmtrupp des revolutionären Proletariats.

    1917 kehrte er mithilfe der deutschen Obersten Heeresleitung aus dem Züricher Exil im plombierten Eisenbahnwagen nach Russland zurück, organisierte die Oktoberrevolution, als Vorsitzender des Rats der Volkskommissare den Widerstand gegen die zaristischen Generäle und die ausländische Intervention im russischen Bürgerkrieg. Sein "Kriegskommunismus", die unorganisierte Landverteilung an die Bauern und der überstürzte Versuch einer Industrialisierung Russlands führten zum Wirtschaftschaos; 1922 entschloss er sich daher zur NEP ("Neuen Ökonomischen Politik") mit gewissem Spielraum für freie wirtschaftliche Betätigung.

    Dank seiner völlig unangefochtenen Autorität und seiner überaus souveränen Beherrschung der marxistischen Theorie war er in der Lage, die auseinander strebenden Flügel seiner Partei zusammenzuhalten. So konnte Lenin relativ rasch einen funktionierenden Partei-, Staats- und Wirtschaftsapparat aufbauen. Dabei strebte er konsequent die Zentralisierung der Macht in den Händen einer kleinen Führungsgruppe an. In der Errichtung des Politbüros schuf er die entscheidenden Voraussetzungen für die bald eintretende Bürokratisierung der Partei, die er keineswegs wünschte, und für den raschen Machtwuchs Stalins. Lenin strebte Stalins Ablösung als Generalsekretär der Partei an, konnte sich aber nicht mehr durchsetzen. Nach seinem ersten Schlaganfall im Mai 1922 war er kaum noch, nach seinem zweiten 1923 überhaupt nicht mehr arbeitsfähig. Sein Leichnam wurde konserviert im Lenin-Mausoleum zu Moskau aufgebahrt.

    Die von Lenin in zahlreichen Schriften geschaffene Ideologie, gedacht als folgerichtige Weiterentwicklung des Marxismus im Zeitalter des "Imperialismus als des höchsten Stadiums des Kapitalismus", wurde insbesondere durch Stalin als Leninismus zusammengefasst und kanonisiert.


    Bildergalerie: Rumänischer Feldzug

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe